Karten der TI

Um die TI optimal nutzen zu können sind folgende Karten erforderlich: SMC-B Karte, eHBA und die eGK des Patienten

Der elektronische Heilberufsausweis (eHBA) ist eine Chipkarte für Ärzte, Psychotherapeuten, Apotheker und künftig auch Angehörige anderer Gesundheitsberufe. Er weist den Träger zweifelsfrei als Angehörigen der jeweiligen Heil-Berufsgruppe aus. Der eHBA wird für die Identifizierung des Inhabers im elektronischen Netz benötigt.

Der eHBA für Ärzte wird über die Landesärztekammer ausgegeben, für Psychotherapeuten ist die Landespsychotherapeutenkammer zuständig.
Dort erhalten Interessenten auch alle weiteren Informationen, zum Beispiel zur Antragstellung und zu den Kosten.

Der eHBA der zweiten Generation (eHBA G2) ist mit Funktionen ausgestattet, die Ärzte/Psychotherapeuten für Anwendungen vor allem im Rahmen der Telematikinfrastruktur benötigen.

Der eHBA G2
  • Gilt als Sichtausweis, um sich als Arzt/Psychotherapeut auszuweisen.

  • Ermöglicht die sichere Authentifizierung in der elektronischen Welt, etwa innerhalb der Telematikinfrastruktur sowie in Internetportalen,
    z. B. bei den Kammern.

  • Ermöglicht eine elektronische Unterschrift in Form der qualifizierten elektronischen Signatur (QES) z. B. bei Arzt-, Befund und Entlassbriefen.

  • Ermöglicht den Schreib- und Lesezugriff von Daten der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) z. B. beim Notfalldatenmanagement und eMedikationsplan.

  • Bei der Bestellung des eHBA/ ePTA wird ein Eintrag im Verzeichnisdienst erzeugt (inkl. Telematik-ID) mit der die personenbezogenen KIM-Adresse verknüpft werden kann. Dieser ermöglicht nur Ihnen Zugriff auf dieses E-Mailkonto.

  • Mindestens ein eHBA pro Praxis wird juristisch (organisatorisch) für den Zugriff auf die ePA benötigt.

Quelle: gematik GmbH

Die Nutzung des eHBA G2 wird ab der Einführung der elektronischen Patientenakte (ePA) am 1. Juli 2021 und für den verpflichtenden Versand der eAU über KIM an die Krankenkassen zum 1. Januar 2022 zur Pflicht.

  • Hinweis: Jeder Arzt, Weiterbildungs-/ Entlastungsassistent und Vertreter der die eAU und das eRezept signieren muss, benötigt einen eigenen eHBA!

Wird der eHBA/ ePtA nur für den Zugriff auf die ePA benötigt, dann genügt es, wenn lediglich ein Arzt/ Psychotherapeut je Praxis den eHBA/ ePtA bestellt. Gemäß § 339 Abs. 5 SGB V kann auch ein Leistungserbringer ohne eHBA durch einen anderen Leistungserbringer mit eHBA für den ePA-Zugriff autorisiert werden.

Je nach Anbieter und Vertragslaufzeit ist der eHBA 2-5 Jahre gültig.
Das Gültigkeitsdatum ist unten rechts hinterlegt und ist beim neuen eHBA G2 mit Tag.Monat.Jahr gekennzeichnet.

Einige Praxen haben noch den alten eHBA G0 im Einsatz. So können Sie den neuen eHBA G2/ G2.1 von der alten Version unterscheiden:

  • An dem Gültigkeitsdatum: Tag.Monat.Jahr
  • Über die Card Access Nummer (CAN). Diese befindet sich auf der Rückseite des eHBA/ ePtA.
  • Über die Versionsnummer auf der Rückseite. Bei eHBA G2 lautet diese 3.20 beim eHBA G2.1  ist es die 10.21.
  • Die Version G2 und G2.1 kann man durch den Karten Chip unterscheiden, dieser ist etwas kleiner und rechteckig (statt quadratisch).

Der eHBA G2 und der eHBA G2.1 unterscheiden sich nur in einer Hinsicht. Für die Stapelsignatur wird beim eHBA G2 ein Konnektor mit Signaturanwendungskomponente (SAK) benötigt, bei der Version 2.1 ist ein Konnektor nicht notwendig.

Ansicht eHBA

Quelle: Äkno

  • Hinweis: Bitte beachten Sie: Der kostenfreie eA-Light der dem eHBA verwechselnd ähnlich sieht, kann nicht für die neuen TI-Anwendungen genutzt werden. Dieser wird ausschließlich als Sichtausweis oder zur Authentifizierung im Portal der Ärztekammer verwendet und beinhaltet keine Signaturfunktion!

Ansicht eA-Light

Quelle: Bundesärztekammer

Der eHBA/ ePTA ist je nach Anbieter für 2-5 Jahre gültig, danach muss ein neuer bestellt und eingerichtet werden.
  • Hinweis: Bitte beachten Sie: Da der eHBA/ ePTA ggf. mit der personenbezogenen KIM-Adresse verknüpft sein kann, müssen Sie bei der Neubestellung darauf achten, dass Sie Ihre Telematik-ID die im VZD hinterlegt ist mitnehmen. So kann beim Austausch des eHBA die KIM-Adresse relativ einfach neu zugewiesen werden.

  • Hinweis: Wenn Sie eine Folgekarte beim gleichen Anbieterbestellen, wird die Telematik-ID automatisch übernommen, wechseln Sie jedoch den Anbieter müssen Sie diese aktiv angeben. Sollte diese Eingabe vergessen werden, kann dies nach Erstellung des eHBA/ ePTA nicht mehr geändert werden! Der Prozess der De- und Neuregistrieung der KIM-Adresse ist in diesen Fall für Ihren PVS-Anbieter aufwändiger.

Der eHBA der Generation 2 ist bei folgenden Anbietern verfügbar und kann über die Ärztekammer Nordrhein bestellt werden.

Die Lieferzeit für den eHBA G2 liegt zur Zeit bei 3-4 Wochen.

  • Hinweis: Einziger Anbieter des eHBA der Generation 0 (eHBA G0) ist die Firma medisign GmbH. Sollten Sie bereits den eHBA G0 im Einsatz haben,
    können Sie nach Angaben des Anbieters medisign auch innerhalb der Mindestvertragslaufzeit ohne Zusatzkosten zur neuen Version Generation 2 wechseln. Technische Voraussetzung hierfür ist, dass Ihre Praxis den eHealth Konnektor (PTV 3) im Einsatz hat. Der eHBA G2 wird mit der Gebühr gemäß medisign-Preisblatt berechnet; der bisherige eHBA G0 wird kostenfrei gestellt, darf aber weiterhin für bewährte Anwendungen eingesetzt werden. Im Antragsprozess für den eHBA G2 auf www.ehba.de fragt medisign automatisch ab, ob Sie zuvor einen eHBA G0 genutzt haben.

Es ist Ihnen natürlich freigestellt, auch einen anderen von der gematik bestätigten Anbieter der eHBA G2 zu den jeweils anbieterspezifischen Vertragsbedingungen zu beauftragen.

Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten können seit dem 8. Juni bei einem zugelassenen Vertrauensdienstanbieter (VDA) ihrer Wahl den elektronischen Heilberufsausweis (eHBA) für Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten beantragen. Der ePtA ist bei folgenden Anbietern verfügbar und kann direkt über diese bestellt werden.

Die Lieferzeit für den eHBA G2 und ePTA liegt zur Zeit bei 3-4 Wochen.

Der Praxisausweis (SMC-B = Security Module Card)

Ist eine Authentifizierungskarte, die Ihrer Praxis Zutritt zur TI gewährt.
Der Praxisausweis wird im Zuge der TI-Installation, in das
Kartenlesegerät gesteckt und versiegelt.

Je BSNR oder NBSNR wird eine SMC-B Karte benötigt.

Quelle: KVNO

Die SMC-B Karte bietet Ihnen folgende Möglichkeiten:

  • Dient zur Authentifizierung (Anmeldung) Ihrer Praxis an die Telematikinfrastruktur.
  • Kann zur Nutzung eines mobilen Kartenterminal verwendet werden, wenn kein eHBA vorliegt.
  • Gewährt Zugriff auf die Anwendungen der TI und die eGK des Patienten.
  • Im Ersatzverfahren kann die eAU signiert werden, wenn z. B. der eHBA defekt/ nicht vorhanden ist.
  • Bei der Bestellung/Installation der SMC-B Karte wird ein Eintrag im Verzeichnisdienst erzeugt (inkl. Telematik-ID) mit dem die Praxis KIM-Adresse verknüpft werden kann. Dies ermöglicht allen Praxismitarbeitern Zugriff auf dieses E-Mailkonto.

Die SMC-B Karte wird zwingend für die Anbindung an die TI benötigt.
Je BSNR oder NBSNR wir eine SMC-B Karte benötigt. Diese muss zum Installationstermin vorliegen und freigeschaltet sein.
Die SMC-B Karte ist für 5 Jahre gültig, danach muss eine neue SMC-B Karte bestellt und eingerichtet werden.

  • Hinweis: Bitte beachten Sie: Da die SMC-B Karte ggf. mit der KIM-Adresse der Praxis verknüpft ist, müsste diese beim Austausch de- und neuregistriert werden.

  • Hinweis: Erhalten Sie eine neue BSNR durch einen Umzug, Änderung der Praxiskonstellation oder Praxisübernahme, muss eine neue SMC-B Karte bestellt werden, auch wenn diese noch nicht abgelaufen ist.

Die SMC-B Karte ist für 5 Jahre gültig, danach muss eine neue SMC-B Karte bestellt und eingerichtet werden.

  • Hinweis: Bitte beachten Sie: Da die SMC-B Karte ggf. mit der KIM-Adresse Ihrer Praxis verknüpft ist, müssen Sie bei der Neubestellung darauf achten, dass Sie Ihre Telematik-ID, die im VZD hinterlegt ist, mitnehmen. So kann beim Austausch der SMC-B Karte die KIM-Adresse relativ einfach neu zugewiesen werden.

  • Hinweis: Wenn Sie eine Folgekarte beim gleichen Anbieterbestellen, wird die Telematik-ID automatisch übernommen, wechseln Sie jedoch den Anbieter müssen Sie diese aktiv angeben. Sollte diese Eingabe vergessen werden, kann dies nach Erstellung der SMC-B Karte nicht mehr geändert werden! Der Prozess der De- und Neuregistrieung der KIM-Adresse ist in diesen Fall für Ihren PVS-Anbieter aufwändiger.

Die SMC-B Karte ist bei folgenden Anbietern verfügbar und kann direkt über die Portale der Kartenhersteller bestellt werden.

Die Kartenhersteller leiten die Daten zur Freigabe an die KVNO weiter.
Nach Kontaktaufnahme mit der Praxis, gibt die KVNO die Bestellung frei, sodass Ihre SMC-B Karte produziert werden kann.
Die Lieferzeiten betragen derzeit ca. 2-4 Wochen.

  • Nach Erhalt der SMC-B Karte muss diese im Portal des Kartenherstellers freigeschaltet werden, dies sollte vor der TI Installation erfolgt sein!
    Die SMC-B Karte muss zwingend zur TI-Installation vorliegen!

Die gerätespezifische Security Module Card (gSMC-KT) ist eine kleine Karte, die seitlich in Ihr eHealth-Kartenterminal gesteckt wird. Die gSMC-KT dient in der TI als gerätespezifische Sicherheitsmodulkarte und beinhaltet elektronische Zertifikate, um sich gegenüber dem Konnektor zu authentisieren.

Die gSMC-KT bietet Ihnen folgende Vorteile:

  • Sicherheitskarte für die eindeutige Identifikation Ihres eHealth-Kartenterminals

  • Notwendig zur Verwendung eines gematik-zugelassenen eHealth-Kartenterminals innerhalb der TI

  • In allen von der gematik-zugelassenen eHealth-Kartenterminals einsetzbar

  • Laufzeit der Karte 5 Jahre ab Produktionsdatum

Die gSMC-KT ist seit dem Start der TI verfügbar.

Die gSMC-KT hat wie der eHBA und die SMC-B ein Sicherheitszertifikat, welches nach 5 Jahren seine Gültigkeit verliert. Daher ist es wichtig, dass diese Karte frühzeitig vor Ablauf von Ihrem Dienstleister vor Ort (DVO) gewechselt wird.

  • Hinweis: Ist das Zertifikat der gSMC-KT abgelaufen, ist das Einlesen von eGKs nicht mehr möglich! Ihr eHealth-Kartenterminal kann ab diesem Zeitpunkt keine Verbindung zum Konnektor oder zu Ihrem PVS herstellen!

Jeder gesetzlich versicherte Patient besitzt eine elektronische Gesundheitskarte (eGK), die er von seiner Krankenkasse erhält.
Die eGK wird bei Behandlungen in Arztpraxen, Krankenhäuser oder Apotheken vorgelegt.

Quelle: gematik GmbH

Mit der alten eGK hatte der Patient keine weiteren Nutzungsoptionen, mit der neuen Version G2 und G2.1 können folgende Anwendungen der TI genutzt werden:

  • eMediakationsplan (eGK G2)

  • Notfalldaten (eGK G2)

  • Zugriff auf die ePA (eGK G2.1)

  • Zugriff auf die eRezept App (eGK G2.1)

Für die Nutzung dieser Anwendungen benötigt der Patient seine Patienten-PIN.

EGK 2.1 können in den Praxen zu Problemen führen. Beim Einlesen dieser Karten kam es zuletzt vermehrt zu Ausfällen der Kartenterminals eines Herstellers. Weitere Informationen finden Sie bei der KBV, gematik und der Firma Ingenico.

Auf Wunsch des Versicherten kann auch eine Vertreter-PIN auf der Gesundheitskarte eingerichtet werden. Ein Vertreter kann dann z.B. den eMP, den NFD oder die ePA in der Praxis zur Nutzung freigeben. Allerdings kann nur der Versicherte selbst die Vertreter-PIN ändern.

Sollte der Patient eine neue Gesundheitskarte erhalten, muss die Vertreter-PIN neu eingerichtet werden, sofern sie weiterhin angewendet werden soll.

  • Hinweis: Für den Fall, dass der Vertreter die eGK übergibt und die Anwendung eMP, NFDM und die ePA für die Nutzung in der Praxis freigeben möchte, muss erst im PVS die Abfrage der Vertreter-PIN angesteuert werden. Daher ist zunächst zu prüfen, ob der Versicherte selbst oder sein Vertreter die eGK vorlegt (z.B. in der Situation der Praxisvertretung).

Sperrung

Die PIN-Eingabe wird nach jeweils drei Falscheingaben gesperrt. Die Sperrung erfolgt für jede PIN einzeln. Bei gesperrter Vertreter-PIN kann der Versicherte weiterhin mit seiner PIN zugreifen und die Vertreter-PIN ändern. Für die Entsperrung der Versicherten-PIN sollte sich der Patienten an seine Krankenkasse wenden.

Änderung

Das Ändern der Patienten-PIN ist dem Versicherten nur mit einer technischen Lösungen seiner Krankenkasse möglich. In der Praxis kann ausschließlich die Vertreter-PIN geändert werden.

Kartenverlust

Krankenkassen geben entweder routinemäßig oder z. B. bei Kartenverlust eine neue Gesundheitskarte aus.
Grundsätzlich wird jede neue Karte ohne die Daten des eMP und NFDM ausgegeben, denn die Speicherung der Daten bei den Krankenkassen
ist weder rechtlich zulässig noch technisch möglich. Daher können nur Ärzte oder Apotheker die Daten aus Ihrem PVS auf die neue eGK übertragen.

Bei Kartenverlust sind zwei Besonderheiten zu berücksichtigen:

  • Liegt im PVS kein Einwilligung des Versicherten für den eMP oder NFDM vor, so ist ein erneutes Einholen der Einwilligung zwingend erforderlich
    (inkl. Speicherung des neu erstellten Einwilligungsverweises auf der neuen Karte). Erst danach können die ggf. im PVS gespeicherten Daten des eMP und NFD auf die neue Karte übertragen werden.

  • Die Daten können nur aus dem PVS übernommen werden. Dabei sollte vor der Übertragung geklärt werden, ob diese auf dem aktuellem Stand sind. Empfehlenswert ist, dass die Übertragung der Daten bei dem Arzt oder Apotheker erfolgt, der den eMP oder NFD zuletzt auf der eGK aktualisiert hat.
    Wird gleichzeitig eine Aktualisierung des eMP oder NFD vorgenommen, müssen auch noch die aktualisierten Daten aus dem PVS auf die neue Karte überspielt werden.

Kartenwechsel

Bei einem Kartenwechsel, wenn die bisherige eGK noch vorhanden ist, besteht die Datenübertragung aus drei Schritten:

  • Kopieren der Daten von der alten eGK
  • Schreiben der Daten auf die neue eGK
  • Löschen der Daten auf der alten eGK

Bei diesem Vorgang werden die Daten unverändert übernommen. Die im eMP und NFD dokumentierte letzte Stelle (Praxis, Apotheke oder Krankenhaus) bleibt also weiterhin bestehen. Während des Kopiervorgangs können die Daten der eGK nicht eingesehen werden und werden auch nicht in das
eigene PVS übernommen. Falls der eMP und NFD auch ausgelesen oder geändert werden soll, kann dies nach dem Kartenwechsel durchgeführt werden.